Am 22. September 2008 feiert die Staatskapelle Dresden ihr 460-jähriges Jubiläum: 1548 durch Kurfürst Moritz von Sachsen gegründet, gehört sie zu den ältesten und traditionsreichsten Orchestern der Welt und ist wohl das einzige, das über viereinhalb Jahrhunderte hinweg kontinuierlich Bestand hatte und immer zu den führenden Klangkörpern der verschiedenen Epochen gehörte. So bezeichnete Jean-Jacques Rousseau das Orchester im 18. Jahrhundert als „das vollendetste und am besten zusammengesetzte Ensemble“. Und in einem Konversationsheft Ludwig van Beethovens heißt es 1823: „Man hört allgemein, daß die Hofkapelle in Dresden die beste in Europa sey“. Richard Strauss nannte sie schlicht „das beste Opernorchester der Welt“. Neben der von ganz spezifischem Ensemblegeist getragenen, musikantischen Spielkultur ist es vor allem der durch die lange Tradition gewachsene, in Timbre, Transparenz und Homogenität unverwechselbare Klang der Staatskapelle, der Publikum und Presse in aller Welt auch heute von einem der großen Orchester unserer Zeit sprechen lässt.

Bedeutende Kapellmeister und international geschätzte Instrumentalisten haben die Geschichte der einstigen Hof- und heutigen Staatskapelle geprägt. Zu ihren Leitern gehörten u.a. Heinrich Schütz, Johann Adolf Hasse, Carl Maria von Weber und Richard Wagner, der das Orchester als seine „Wunderharfe“ bezeichnete. Bedeutende Chefdirigenten des 20. Jahrhunderts waren Ernst von Schuch, Fritz Reiner, Fritz Busch, Karl Böhm, Joseph Keilberth, Rudolf Kempe, Otmar Suitner, Kurt Sanderling und Herbert Blomstedt. Von 1992 bis zu seinem Tod 2001 war Giuseppe Sinopoli Chefdirigent, von 2002 bis 2004 Bernard Haitink. Im Sommer 2007 übernahm Fabio Luisi das Amt des Generalmusikdirektors der Sächsischen Staatsoper Dresden und damit auch des Chefdirigenten der Staatskapelle Dresden. Ehrendirigent des Orchesters ist seit 1990 Sir Colin Davis.

Richard Strauss war dem Orchester, dessen internationaler Ruf als „Strauss-Orchester“ bis heute fortbesteht, über 60 Jahre lang freundschaftlich verbunden. Neun seiner Opern – darunter „Salome“, „Elektra“ und „Der Rosenkavalier“ – wurden in Dresden uraufgeführt, seine „Alpensinfonie“ ist der Staatskapelle gewidmet. Auch viele andere berühmte Komponisten schrieben Werke, die von der Staatskapelle uraufgeführt wurden bzw. ihr gewidmet sind, darunter Vivaldi, Schumann, Wagner, Liszt, Hindemith, Weill und in jüngerer Zeit Matthus, Zimmermann, Ruzicka oder Rihm.

Viele prominente Gäste haben im Laufe der Jahrhunderte mit der Staatskapelle musiziert: Komponisten wie Mozart, Paganini, Mendelssohn, Schumann, Liszt, Berlioz, Brahms, Strauss, Pfitzner, Strawinsky, Lutoslawski, Henze oder Ruzicka; Dirigenten wie Karajan, Kleiber, Sawallisch, Jochum, Ozawa, Levine, Mehta, Maazel, Previn, Harnoncourt, Gardiner, Prêtre, Chung, Eschenbach, Gatti, Nagano, Thielemann, Harding, Dudamel u.a.

Seit dem ersten Drittel des 17. Jahrhunderts Opernorchester, musiziert die Staatskapelle heute in der Dresdner Semperoper pro Saison etwa 260 Opern- und Ballettaufführungen sowie 50 sinfonische und kammermusikalische Konzerte. Hinzu kommt eine eigene Konzertreihe in der Dresdner Frauenkirche, deren feierliche Wiedereröffnung die Staatskapelle 2005 mit einer Aufführung von Beethovens „Missa solemnis“ unter Fabio Luisi mitgestaltete. Umfangreiche Konzertreisen führen die Staatskapelle darüber hinaus in jährlich rund 35 Gastkonzerten regelmäßig in die Musikmetropolen Europas, Asiens und der USA. Feste Residenzen etwa bestehen im Musikverein in Wien und im Pariser Théâtre des Champs-Élysées, wo das Orchester mehrmals im Jahr zu erleben ist.

Seit Anfang der 1920er Jahre dokumentieren zahlreiche, zum großen Teil legendäre Aufnahmen mit berühmten Dirigenten und Solisten den außergewöhnlichen Rang der Staatskapelle als Opern- und Konzertorchester.

Im April 2007 wurde die Staatskapelle Dresden als bislang einziges Orchester weltweit in Brüssel mit dem „Preis der Europäischen Kulturstiftung für die Bewahrung des musikalischen Weltkulturerbes“ ausgezeichnet.

Photo: Matthias Creutziger

Staatskapelle Dresden

Staatskapelle Dresden

Am 22. September 2008 feiert die Staatskapelle Dresden ihr 460-jähriges Jubiläum: 1548 durch Kurfürst Moritz von Sachsen gegründet, gehört sie zu den ältesten und traditionsreichsten Orchestern der Welt und ist wohl das einzige, das über viereinhalb Jahrhunderte hinweg kontinuierlich Bestand hatte und immer zu den führenden Klangkörpern der verschiedenen Epochen gehörte. So bezeichnete Jean-Jacques Rousseau das Orchester im 18. Jahrhundert als „das vollendetste und am besten zusammengesetzte Ensemble“. Und in einem Konversationsheft Ludwig van Beethovens heißt es 1823: „Man hört allgemein, daß die Hofkapelle in Dresden die beste in Europa sey“. Richard Strauss nannte sie schlicht „das beste Opernorchester der Welt“. Neben der von ganz spezifischem Ensemblegeist getragenen, musikantischen Spielkultur ist es vor allem der durch die lange Tradition gewachsene, in Timbre, Transparenz und Homogenität unverwechselbare Klang der Staatskapelle, der Publikum und Presse in aller Welt auch heute von einem der großen Orchester unserer Zeit sprechen lässt.

Bedeutende Kapellmeister und international geschätzte Instrumentalisten haben die Geschichte der einstigen Hof- und heutigen Staatskapelle geprägt. Zu ihren Leitern gehörten u.a. Heinrich Schütz, Johann Adolf Hasse, Carl Maria von Weber und Richard Wagner, der das Orchester als seine „Wunderharfe“ bezeichnete. Bedeutende Chefdirigenten des 20. Jahrhunderts waren Ernst von Schuch, Fritz Reiner, Fritz Busch, Karl Böhm, Joseph Keilberth, Rudolf Kempe, Otmar Suitner, Kurt Sanderling und Herbert Blomstedt. Von 1992 bis zu seinem Tod 2001 war Giuseppe Sinopoli Chefdirigent, von 2002 bis 2004 Bernard Haitink. Im Sommer 2007 übernahm Fabio Luisi das Amt des Generalmusikdirektors der Sächsischen Staatsoper Dresden und damit auch des Chefdirigenten der Staatskapelle Dresden. Ehrendirigent des Orchesters ist seit 1990 Sir Colin Davis.

Richard Strauss war dem Orchester, dessen internationaler Ruf als „Strauss-Orchester“ bis heute fortbesteht, über 60 Jahre lang freundschaftlich verbunden. Neun seiner Opern – darunter „Salome“, „Elektra“ und „Der Rosenkavalier“ – wurden in Dresden uraufgeführt, seine „Alpensinfonie“ ist der Staatskapelle gewidmet. Auch viele andere berühmte Komponisten schrieben Werke, die von der Staatskapelle uraufgeführt wurden bzw. ihr gewidmet sind, darunter Vivaldi, Schumann, Wagner, Liszt, Hindemith, Weill und in jüngerer Zeit Matthus, Zimmermann, Ruzicka oder Rihm.

Viele prominente Gäste haben im Laufe der Jahrhunderte mit der Staatskapelle musiziert: Komponisten wie Mozart, Paganini, Mendelssohn, Schumann, Liszt, Berlioz, Brahms, Strauss, Pfitzner, Strawinsky, Lutoslawski, Henze oder Ruzicka; Dirigenten wie Karajan, Kleiber, Sawallisch, Jochum, Ozawa, Levine, Mehta, Maazel, Previn, Harnoncourt, Gardiner, Prêtre, Chung, Eschenbach, Gatti, Nagano, Thielemann, Harding, Dudamel u.a.

Seit dem ersten Drittel des 17. Jahrhunderts Opernorchester, musiziert die Staatskapelle heute in der Dresdner Semperoper pro Saison etwa 260 Opern- und Ballettaufführungen sowie 50 sinfonische und kammermusikalische Konzerte. Hinzu kommt eine eigene Konzertreihe in der Dresdner Frauenkirche, deren feierliche Wiedereröffnung die Staatskapelle 2005 mit einer Aufführung von Beethovens „Missa solemnis“ unter Fabio Luisi mitgestaltete. Umfangreiche Konzertreisen führen die Staatskapelle darüber hinaus in jährlich rund 35 Gastkonzerten regelmäßig in die Musikmetropolen Europas, Asiens und der USA. Feste Residenzen etwa bestehen im Musikverein in Wien und im Pariser Théâtre des Champs-Élysées, wo das Orchester mehrmals im Jahr zu erleben ist.

Seit Anfang der 1920er Jahre dokumentieren zahlreiche, zum großen Teil legendäre Aufnahmen mit berühmten Dirigenten und Solisten den außergewöhnlichen Rang der Staatskapelle als Opern- und Konzertorchester.

Im April 2007 wurde die Staatskapelle Dresden als bislang einziges Orchester weltweit in Brüssel mit dem „Preis der Europäischen Kulturstiftung für die Bewahrung des musikalischen Weltkulturerbes“ ausgezeichnet.

Photo: Matthias Creutziger

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