Concert pour Paris ist alles andere als ein Streifzug durch übliches Barockrepertoire. Vielmehr öffnet Moinet eine Tür zu einem selten erkundeten Kosmos: Oboenkonzerte aus verschiedenen europäischen Traditionen, verbunden durch das gemeinsame Streben nach klanglicher Vollkommenheit. Alessandro Besozzis Konzert Concert pour Paris in G-Dur – das der Aufnahme ihren Titel leiht – steht am Beginn dieser Reise. Sein Sohn Carlo, dessen Oboenkunst Leopold Mozart 1778 zu schwärmerischen Worten verleitete, ist mit seinem Konzert Nr. 6 in B-Dur vertreten. „Er hat alles!“, schrieb Mozart senior, und tatsächlich scheint in diesen Noten jene unfassbare Atemkontrolle, jene messa di voce, aufbewahrt zu sein, die Zeitgenossen in Staunen versetzte.
Das eigentliche Herzstück der Aufnahme jedoch ist das Konzert C-Dur op. 7 Nr. 3 von Jean-Marie Leclair – ein Werk, das in seiner kompositorischen Qualität lange unterschätzt wurde, dabei aber zu den wenigen international konkurrenzfähigen Bläserkonzerten des französischen 18. Jahrhunderts zählt. Leclair, selbst ein Mann der Grenzen und des Austauschs, durch italienische wie französische Einflüsse geprägt, ist der ideale Mittelpunkt eines pan-europäischen Programms. Moinet gestaltet es mit jener Sorgfalt, die dem Komponisten selbst am Herzen lag: Er notierte akribisch sämtliche Ornamente, um sein Werk vor stümperhafter Verunstaltung zu schützen. In Moinets Interpretation gewinnt diese Akribie Klang – die Ornamente wirken nicht gesetzt, sondern geatmet.
Zwei Konzerte von Franz Xaver Richter, dem mährischen Kapellmeister des Straßburger Doms, vervollständigen das Programm. Richters Konzerte schaffen Raum und Kontrast: Das opulente F-Dur-Konzert mit seinen wuchtigen Ritornellen und das kammermusikalisch zarte Concerto da Camera in g-Moll öffnen das Album nach beiden Seiten – nach innen wie nach außen.
Concert Pour Paris bringt ans Licht, was Jahrhunderte im Schatten lag: ein Repertoire von bemerkenswerter Vielfalt und Qualität, das die Oboe als das zeigt, was sie ist – ein Instrument von unerschöpflichem Ausdrucksvermögen. Céline Moinet führt dieses Plädoyer mit einer Technik, die nie Selbstzweck ist, und einem stilistischen Gespür, das barocke Traditionen nicht nur kennerhaft unterscheidet, sondern mit pulsierendem Leben füllt.
Concert pour Paris Céline Moinet & Folkwang Kammerorchester Essen & Reinhard Goebel
Komponisten
Weitere Informationen
Genre
Klassik
Chamber Music
Erscheinungsdatum
23.10.2026
Concert pour Paris ist alles andere als ein Streifzug durch übliches Barockrepertoire. Vielmehr öffnet Moinet eine Tür zu einem selten erkundeten Kosmos: Oboenkonzerte aus verschiedenen europäischen Traditionen, verbunden durch das gemeinsame Streben nach klanglicher Vollkommenheit. Alessandro Besozzis Konzert Concert pour Paris in G-Dur – das der Aufnahme ihren Titel leiht – steht am Beginn dieser Reise. Sein Sohn Carlo, dessen Oboenkunst Leopold Mozart 1778 zu schwärmerischen Worten verleitete, ist mit seinem Konzert Nr. 6 in B-Dur vertreten. „Er hat alles!", schrieb Mozart senior, und tatsächlich scheint in diesen Noten jene unfassbare Atemkontrolle, jene messa di voce, aufbewahrt zu sein, die Zeitgenossen in Staunen versetzte.
Das eigentliche Herzstück der Aufnahme jedoch ist das Konzert C-Dur op. 7 Nr. 3 von Jean-Marie Leclair – ein Werk, das in seiner kompositorischen Qualität lange unterschätzt wurde, dabei aber zu den wenigen international konkurrenzfähigen Bläserkonzerten des französischen 18. Jahrhunderts zählt. Leclair, selbst ein Mann der Grenzen und des Austauschs, durch italienische wie französische Einflüsse geprägt, ist der ideale Mittelpunkt eines pan-europäischen Programms. Moinet gestaltet es mit jener Sorgfalt, die dem Komponisten selbst am Herzen lag: Er notierte akribisch sämtliche Ornamente, um sein Werk vor stümperhafter Verunstaltung zu schützen. In Moinets Interpretation gewinnt diese Akribie Klang – die Ornamente wirken nicht gesetzt, sondern geatmet.
Zwei Konzerte von Franz Xaver Richter, dem mährischen Kapellmeister des Straßburger Doms, vervollständigen das Programm. Richters Konzerte schaffen Raum und Kontrast: Das opulente F-Dur-Konzert mit seinen wuchtigen Ritornellen und das kammermusikalisch zarte Concerto da Camera in g-Moll öffnen das Album nach beiden Seiten – nach innen wie nach außen.
Concert Pour Paris bringt ans Licht, was Jahrhunderte im Schatten lag: ein Repertoire von bemerkenswerter Vielfalt und Qualität, das die Oboe als das zeigt, was sie ist – ein Instrument von unerschöpflichem Ausdrucksvermögen. Céline Moinet führt dieses Plädoyer mit einer Technik, die nie Selbstzweck ist, und einem stilistischen Gespür, das barocke Traditionen nicht nur kennerhaft unterscheidet, sondern mit pulsierendem Leben füllt.
Trackliste - Diese Titel hören Sie auf dem Album
Concert pour Paris
Céline Moinet & Folkwang Kammerorchester Essen & Reinhard Goebel
1
Oboe Concerto "Concert Pour Paris" in G Major: I. Allegro
2
Oboe Concerto "Concert Pour Paris" in G Major: II. Adagio
3
Oboe Concerto "Concert Pour Paris" in G Major: III. Presto
4
Concerto in C Major, Op. 7.3: I. Allegro
5
Concerto in C Major, Op. 7.3: II. Adagio
6
Concerto in C Major, Op. 7.3: III. Allegro Assai
7
Oboe Concerto No. 6 in B Major: I. Allegro Moderato
8
Oboe Concerto No. 6 in B Major: II. Adagio
9
Oboe Concerto No. 6 in B Major: III. Allegro
10
Oboe Concerto in F Major: I. Allegro Moderato
11
Oboe Concerto in F Major: II. Andante
12
Oboe Concerto in F Major: III. Vivace
13
Oboe Concerto in G Minor: I. Andante Allegro
14
Oboe Concerto in G Minor: II. Andante
15
Oboe Concerto in G Minor: III. Allegro


