{"id":1263484,"date":"2022-01-28T00:00:00","date_gmt":"2022-01-27T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.berlin-classics-music.com\/album\/885470026169-variations-on-buenos-aires-2\/"},"modified":"2026-04-17T02:00:31","modified_gmt":"2026-04-17T00:00:31","slug":"885470026169-variations-on-buenos-aires","status":"publish","type":"album","link":"https:\/\/www.berlin-classics-music.com\/en\/album\/885470026169-variations-on-buenos-aires\/","title":{"rendered":"885470026169 Variations on Buenos Aires"},"content":{"rendered":"<p>\nF\u00fcr das Piazzolla-Album \u201eVariations on Buenos Aires\u201c, das am 28. Januar 2022 bei Berlin Classics erscheinen wird, hat die niederl\u00e4ndische Geigerin Isabelle van Keulen zwei unterschiedliche Ensembles zusammengebracht \u2013 ihr auf Tango nuevo spezialisiertes, eigenes Ensemble und die von ihr k\u00fcnstlerisch geleitete Deutsche Kammerakademie Neuss. Eine Herzensangelegenheit, die die Musik Astor Piazzollas ob ihrer ungew\u00f6hnlichen Verbindung von Tango-Ensemble und Streichorchester in neuer Spielart erklingen l\u00e4sst.  <\/p>\n<p>Im Jahr 2011 gr\u00fcndete Isabelle van Keulen mit dem Bandoneonisten Christian Gerber, dem Kontrabassisten R\u00fcdiger Ludwig und der Pianistin Ulrike Payer das \u201eIsabelle van Keulen Ensemble\u201c. Gemeinsam ver\u00f6ffentlichten sie schon einige Piazzolla-Alben und verschreiben sich seiner Musik. Auf \u201eVariations on Buenos Aires\u201c hat Christian Gerber eigens die n\u00f6tigen Bearbeitungen vorgenommen. Bei einigen St\u00fccken hat er lediglich die Instrumentierung behutsam an die klanglichen und dynamischen Differenzierungsm\u00f6glichkeiten der gro\u00dfen Besetzung angepasst, bei anderen hat er, der mit dem Oeuvre Piazzollas aus jahrzehntelanger Besch\u00e4ftigung vertraut ist, Gegenstimmen hinzu komponiert. Dem als Filmmusik ber\u00fchmt gewordenen \u201eOblivion\u201c etwa hat er eine Bandoneon-Einleitung vorangestellt. Gemeinsam mit der DKN verleihen die Musiker:innen der Musik einen neuen Anstrich und bieten ein neues, spannendes Piazzolla-Erlebnis. <\/p>\n<p>\u201eDas Orchester und Ensemble sollen gleicherma\u00dfen gefordert werden \u2013 keines der beiden hat ausschlie\u00dflich eine begleitende Funktion\u201c, so Gerber zu seinen Arrangements. \u201eMeine Absicht war es, einen Dialog herzustellen.\u201c Aber nicht nur der Dialog der Musiker:innen untereinander ist bedeutend. \u201eWir wollen f\u00fcr das Publikum ein umfassendes Ergebnis kreieren\u201c, so Isabelle van Keulen, \u201ewir ziehen die Emotionen der Zuh\u00f6renden zu uns, und geben gleicherma\u00dfen unsere ab. Genau diese Br\u00fccke, die Kommunikation ist das Spannende.\u201c <\/p>\n<p>Als der Tango zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach Europa gebracht wurde, stieg auch seine Popularit\u00e4t immens an. In Buenos Aires spielten allabendlich Hunderte sogenannter orquestas t\u00edpicas. Sie setzten sich aus Bandoneons, Streichern und Klavier zusammen und hatten bis zu 100 Mitspieler:innen. Das Isabelle van Keulen Ensemble ist also ein orquesta t\u00edpica in Essenz. <\/p>\n<p>Die Rauheit der Anf\u00e4nge pr\u00e4gt bis heute den Klang des Tango. Die dazugeh\u00f6rigen Spieltechniken m\u00fcssen sich klassisch ausgebildete Musiker:innen erst aneignen. \u201eTangazo\u201c, mit dem dieses Album die Bandbreite von Piazzollas Klangwelten auslotet, beginnt mit einer d\u00fcsteren, westlich-modern klingenden Einleitung. Wenn diese in einen raschen Teil \u00fcbergeht, knarrt zum Tanz des Bandoneons eine Ratsche und sausen helle Peitschenhiebe. <br \/>\nDennoch ist es jederzeit zu h\u00f6ren, dass es sich bei Piazzollas Musik nicht um traditionellen Tango handelt. Das hochvirtuose Wechselspiel in \u201eTres minutos con la realidad\u201c mit seinen Betonungsverschiebungen offenbart Ankl\u00e4nge an Strawinsky, und bevor die Sologeige im Dialog mit den Streichern der Kammerakademie \u2013 es ist das einzige St\u00fcck ohne Beteiligung des Tango-Quartetts \u2013 ihre Staccati abfeuert, erlaubt sich der Komponist eine kurze gesangliche Passage von fast ironisch wirkender S\u00fc\u00dfe und Harmonie. <\/p>\n<p>Zeitlebens verehrte Piazzolla die Musik Johann Sebastian Bachs. Dieser Einfluss ist in seiner Musik, speziell auf diesem Album bei den St\u00fccken \u201eSoledad\u201c und \u201eFugata\u201c, immer wieder deutlich wahrzunehmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr das Piazzolla-Album \u201eVariations on Buenos Aires\u201c, das am 28. 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Bei einigen St\u00fccken hat er lediglich die Instrumentierung behutsam an die klanglichen und dynamischen Differenzierungsm\u00f6glichkeiten der gro\u00dfen Besetzung angepasst, bei anderen hat er, der mit dem Oeuvre Piazzollas aus jahrzehntelanger Besch\u00e4ftigung vertraut ist, Gegenstimmen hinzu komponiert. Dem als Filmmusik ber\u00fchmt gewordenen \u201eOblivion\u201c etwa hat er eine Bandoneon-Einleitung vorangestellt. Gemeinsam mit der DKN verleihen die Musiker:innen der Musik einen neuen Anstrich und bieten ein neues, spannendes Piazzolla-Erlebnis. <br \/><br \/>\n<br \/><br \/>\n\u201eDas Orchester und Ensemble sollen gleicherma\u00dfen gefordert werden \u2013 keines der beiden hat ausschlie\u00dflich eine begleitende Funktion\u201c, so Gerber zu seinen Arrangements. \u201eMeine Absicht war es, einen Dialog herzustellen.\u201c Aber nicht nur der Dialog der Musiker:innen untereinander ist bedeutend. \u201eWir wollen f\u00fcr das Publikum ein umfassendes Ergebnis kreieren\u201c, so Isabelle van Keulen, \u201ewir ziehen die Emotionen der Zuh\u00f6renden zu uns, und geben gleicherma\u00dfen unsere ab. Genau diese Br\u00fccke, die Kommunikation ist das Spannende.\u201c <br \/><br \/>\n<br \/><br \/>\nAls der Tango zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach Europa gebracht wurde, stieg auch seine Popularit\u00e4t immens an. In Buenos Aires spielten allabendlich Hunderte sogenannter orquestas t\u00edpicas. Sie setzten sich aus Bandoneons, Streichern und Klavier zusammen und hatten bis zu 100 Mitspieler:innen. Das Isabelle van Keulen Ensemble ist also ein orquesta t\u00edpica in Essenz. <br \/><br \/>\n<br \/><br \/>\nDie Rauheit der Anf\u00e4nge pr\u00e4gt bis heute den Klang des Tango. Die dazugeh\u00f6rigen Spieltechniken m\u00fcssen sich klassisch ausgebildete Musiker:innen erst aneignen. \u201eTangazo\u201c, mit dem dieses Album die Bandbreite von Piazzollas Klangwelten auslotet, beginnt mit einer d\u00fcsteren, westlich-modern klingenden Einleitung. Wenn diese in einen raschen Teil \u00fcbergeht, knarrt zum Tanz des Bandoneons eine Ratsche und sausen helle Peitschenhiebe. <br \/><br \/>\nDennoch ist es jederzeit zu h\u00f6ren, dass es sich bei Piazzollas Musik nicht um traditionellen Tango handelt. Das hochvirtuose Wechselspiel in \u201eTres minutos con la realidad\u201c mit seinen Betonungsverschiebungen offenbart Ankl\u00e4nge an Strawinsky, und bevor die Sologeige im Dialog mit den Streichern der Kammerakademie \u2013 es ist das einzige St\u00fcck ohne Beteiligung des Tango-Quartetts \u2013 ihre Staccati abfeuert, erlaubt sich der Komponist eine kurze gesangliche Passage von fast ironisch wirkender S\u00fc\u00dfe und Harmonie. <br \/><br \/>\n<br \/><br \/>\nZeitlebens verehrte Piazzolla die Musik Johann Sebastian Bachs. 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