Wenn es ein Kammermusikensemble 25 Jahre miteinander in derselben Besetzung aushält, muss es irgendetwas richtig machen. Davon ist beim Fauré Quartett auszugehen: Es ist bekannt als eines der weltweit führenden Klavierquartette, tourt national sowie international durch die renommiertesten Konzerthäuser und sprengt mit seinen Einspielungen musikalische Grenzen. Nach den Popsongs folgten zuletzt 2018 die Bilder einer Ausstellung und Études-Tableaux, die man noch nie zuvor so mitreißend hören konnte. Vor zwei Jahrzehnten schon entstanden die ersten Aufnahmen der Klavierquartette Faurés, kombiniert mit Dvořák oder Suk; das aktuelle Album widmet sich ausschließlich dem Werk des französischen Komponisten.

„Das Risiko, mit einer Gruppe zu arbeiten, in der die einzelnen Mitglieder so eng wie bei uns verbunden sind, liegt im Aufrechterhalten dessen, was die Musik wie etwa von Fauré braucht, dem Unberechenbaren, Fliegenden, der Leichtigkeit, aber auch der Tiefe, die in ihr steckt“, meint Dirk Mommertz mit dem Blick auf die Wiederbeschäftigung mit den Klavierquartetten, die in ihrem Kern von vorne beginnt, ohne am Anfang zu sein. „Man entdeckt so wunderbar viel in Faurés musikalischer Welt, von den dunkelsten Tiefen im langsamen c-Moll-Satz des ersten Quartetts bis hin zur Luftigkeit und Fröhlichkeit der Lieder. Solche emotionalen Schwankungen und Unwägbarkeiten mit einem Ensemble zu erforschen, das die Musik seit zwanzig Jahren spielt, finde ich sehr herausfordernd. Es hat uns angetrieben, möglichst neu zu denken. Man muss eine Wahrheit suchen, die Gültigkeit hat.“

Das Fauré Quartett erinnert sich gerne an die Phasen der Selbsterforschung und Werkergründung. Es konnte sich den Luxus leisten, an sich selbst zu wachsen, und das scheinbare Defizit der festgelegten Besetzung in eine Qualität zu verwandeln. Das Quartett ist kein Trio, das sich einen Pianisten gönnt, kein Streichquartett, das eine Geige zwischenzeitlich beurlaubt, auch kein Klaviersolist, der die eigenen Farben durch ein paar zusätzliche Saiten aufhübscht. Es ist ein Ensemble, das sich in seiner Besonderheit ernst nimmt und von den Qualitäten vierer Charaktere profitiert, die es auch über lange zeitliche Distanzen miteinander aushalten. Und es ist ein Team, das sich nicht zu fein dafür ist, das Gleiche immer und immer wieder zu üben, bis der Punkt erreicht ist, an dem eine unsichtbare Grenze überschritten wird, die von der Interpretation zur Verkörperung führt. Nach einem Vierteljahrhundert ist ihm das mit Fauré gelungen. Was nicht heißt, dass die Musik auf der Bühne oder in einer nächsten Runde der Auseinandersetzung wieder anders klingt. Warum auch nicht, es geht ja um den Fluss der Klänge.

Fauré Quartett Fauré Quartett

Künstler

Komponisten

Gabriel Fauré

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Weitere Informationen

Genre

Musik für Kammerensemble

Erscheinungsdatum:

02.10.2020



Wenn es ein Kammermusikensemble 25 Jahre miteinander in derselben Besetzung aushält, muss es irgendetwas richtig machen. Davon ist beim Fauré Quartett auszugehen: Es ist bekannt als eines der weltweit führenden Klavierquartette, tourt national sowie international durch die renommiertesten Konzerthäuser und sprengt mit seinen Einspielungen musikalische Grenzen. Nach den Popsongs folgten zuletzt 2018 die Bilder einer Ausstellung und Études-Tableaux, die man noch nie zuvor so mitreißend hören konnte. Vor zwei Jahrzehnten schon entstanden die ersten Aufnahmen der Klavierquartette Faurés, kombiniert mit Dvořák oder Suk; das aktuelle Album widmet sich ausschließlich dem Werk des französischen Komponisten.

„Das Risiko, mit einer Gruppe zu arbeiten, in der die einzelnen Mitglieder so eng wie bei uns verbunden sind, liegt im Aufrechterhalten dessen, was die Musik wie etwa von Fauré braucht, dem Unberechenbaren, Fliegenden, der Leichtigkeit, aber auch der Tiefe, die in ihr steckt“, meint Dirk Mommertz mit dem Blick auf die Wiederbeschäftigung mit den Klavierquartetten, die in ihrem Kern von vorne beginnt, ohne am Anfang zu sein. „Man entdeckt so wunderbar viel in Faurés musikalischer Welt, von den dunkelsten Tiefen im langsamen c-Moll-Satz des ersten Quartetts bis hin zur Luftigkeit und Fröhlichkeit der Lieder. Solche emotionalen Schwankungen und Unwägbarkeiten mit einem Ensemble zu erforschen, das die Musik seit zwanzig Jahren spielt, finde ich sehr herausfordernd. Es hat uns angetrieben, möglichst neu zu denken. Man muss eine Wahrheit suchen, die Gültigkeit hat.“

Das Fauré Quartett erinnert sich gerne an die Phasen der Selbsterforschung und Werkergründung. Es konnte sich den Luxus leisten, an sich selbst zu wachsen, und das scheinbare Defizit der festgelegten Besetzung in eine Qualität zu verwandeln. Das Quartett ist kein Trio, das sich einen Pianisten gönnt, kein Streichquartett, das eine Geige zwischenzeitlich beurlaubt, auch kein Klaviersolist, der die eigenen Farben durch ein paar zusätzliche Saiten aufhübscht. Es ist ein Ensemble, das sich in seiner Besonderheit ernst nimmt und von den Qualitäten vierer Charaktere profitiert, die es auch über lange zeitliche Distanzen miteinander aushalten. Und es ist ein Team, das sich nicht zu fein dafür ist, das Gleiche immer und immer wieder zu üben, bis der Punkt erreicht ist, an dem eine unsichtbare Grenze überschritten wird, die von der Interpretation zur Verkörperung führt. Nach einem Vierteljahrhundert ist ihm das mit Fauré gelungen. Was nicht heißt, dass die Musik auf der Bühne oder in einer nächsten Runde der Auseinandersetzung wieder anders klingt. Warum auch nicht, es geht ja um den Fluss der Klänge.

Trackliste - Diese Titel hören Sie auf dem Album

Fauré Quartett
Fauré Quartett
1 Piano Quartet No. 2, Op. 45: I. Allegro molto moderato
2 Piano Quartet No. 2, Op. 45: II. Allegro molto
3 Piano Quartet No. 2, Op. 45: III. Adagio non troppo
4 Piano Quartet No. 2, Op. 45: IV. Allegro molto
5 3 Songs, Op. 23: No. 2, Notre Amour (Arr. for Piano Quartet)
6 3 Songs, Op. 23: No. 1, Les Berceaux (Arr. for Piano Quartet)
7 3 Songs, Op. 7: No. 1, Après un rêve (Arr. for Piano Quartet)
8 2 Songs, Op. 46: No. 2, Clair de lune (Arr. for Piano Quartet)
9 5 Mélodies, Op. 58: No. 1, Mandoline (Arr. for Piano Quartet)
10 Piano Quartet No. 1, Op. 15: I. Allegro molto moderato
11 Piano Quartet No. 1, Op. 15: II. Scherzo. Allegro vivo - Trio
12 Piano Quartet No. 1, Op. 15: III. Adagio
13 Piano Quartet No. 1, Op. 15: IV. Finale. Allegro molto

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