“Organistischer geht es nicht”

Nachdem Iveta Apkalna 2018 mit der Ersteinspielung der Orgel der Elbphilharmonie Hamburg auf sich aufmerksam gemacht hat, führten ihre Wege sie unlängst nach Fernost: im taiwanischen Kaohsiung inaugurierte sie nicht nur die größte Konzertorgel Asiens im National Kaohsiung Center for the Arts (Weiwuying), sondern nahm an ihr direkt ein neues Album auf.

Es ist ein beeindruckendes Instrument: Fast 10.000 Pfeifen in über 120 Registern, die sich in einer Zwillingsorgel befinden. Rechts auf der Bühne steht die große symphonische Orgel, die den Klangfarben der Ästhetik der französischen Romantik nachempfunden ist. Links befindet sich die kleinere Echoorgel, die sich am deutschen Barock orientiert. Beide Orgeln vereinigt Iveta Apkalna auf ihrem Album mit einem Programm, das seinen Fokus auf die französische Romantik legt und einen kurzen Abstecher zum organistischen All-Vater Bach macht.

Mit Charles-Marie Widors 5. Sinfonie in f-Moll verbindet die Organistin ein ganz besonderes Solorecital aus ihrer Studienzeit, mit dem für sie ein Traum wahr wurde. Nach dem Gewinn eines bedeutenden Wettbewerbs durfte sie schon im Alter von 20 Jahren auf ihrer persönlichen Traumorgel spielen, der berühmten Walcker-Orgel im Dom zu Riga. Iveta Apkalna beschreibt dieses Konzert als ihre Taufe zur Organistin. „Ich habe das alles beim Spielen des Werkes nochmal erlebt, es ist die ganze Zeit in meinem Kopf präsent“, erinnert sie sich.

Der zweite Teil des Programms besteht aus Viernes 3. Orgelsinfonie. „Viernes Sprache klingt moderner“, sagt Iveta Apkalna über diese Musik, „es ist technisch anspruchsvoller, die Schichten seiner Musik zu singen und hervorzuheben“. Wirft man einen Blick auf die Harmonik, fallen bei Vierne die chromatischen Passagen ins Auge, die bei Widor, dessen klarere Tonsprache im 20. Jahrhundert bald als rückständig galt, fehlen. „Die Chromatik führt ins Ungewisse. Man verliert den Halt und den Schwerpunkt, das ist bei Widor anders“, schildert Iveta Apkalna. Die von Franck auf den Weg gebrachte und von Widor geprägte Form der Orgelsinfonie führte Vierne zu ihrem Höhepunkt.

Den Abschluss des Albums bildet – als Hommage an die besondere Zwillingsorgel in Kaohsiung und Reminiszenz an den wahrscheinlich größten Fixpunkt jeder Organistin und jedes Organisten – Johann Sebastian Bach und die bekannte Melodie „Schafe können sicher weiden“. Und auch das hat für Iveta Apkalna einen Hintergedanken: „Es ist wie eine Frau, die sich chic macht, sich dann aber nicht wohlfühlt, weil sie ihr Parfum vergessen hat. Bach ist mein Parfum, damit fühlte ich mich komplett.“

Widor & Vierne Iveta Apkalna

Künstler

Iveta Apkalna

Komponisten

Charles-Marie Widor

Louis Vierne

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Weitere Informationen

Genre

Klassik

Erscheinungsdatum:

18.09.2020



"Organistischer geht es nicht"

Nachdem Iveta Apkalna 2018 mit der Ersteinspielung der Orgel der Elbphilharmonie Hamburg auf sich aufmerksam gemacht hat, führten ihre Wege sie unlängst nach Fernost: im taiwanischen Kaohsiung inaugurierte sie nicht nur die größte Konzertorgel Asiens im National Kaohsiung Center for the Arts (Weiwuying), sondern nahm an ihr direkt ein neues Album auf.

Es ist ein beeindruckendes Instrument: Fast 10.000 Pfeifen in über 120 Registern, die sich in einer Zwillingsorgel befinden. Rechts auf der Bühne steht die große symphonische Orgel, die den Klangfarben der Ästhetik der französischen Romantik nachempfunden ist. Links befindet sich die kleinere Echoorgel, die sich am deutschen Barock orientiert. Beide Orgeln vereinigt Iveta Apkalna auf ihrem Album mit einem Programm, das seinen Fokus auf die französische Romantik legt und einen kurzen Abstecher zum organistischen All-Vater Bach macht.

Mit Charles-Marie Widors 5. Sinfonie in f-Moll verbindet die Organistin ein ganz besonderes Solorecital aus ihrer Studienzeit, mit dem für sie ein Traum wahr wurde. Nach dem Gewinn eines bedeutenden Wettbewerbs durfte sie schon im Alter von 20 Jahren auf ihrer persönlichen Traumorgel spielen, der berühmten Walcker-Orgel im Dom zu Riga. Iveta Apkalna beschreibt dieses Konzert als ihre Taufe zur Organistin. „Ich habe das alles beim Spielen des Werkes nochmal erlebt, es ist die ganze Zeit in meinem Kopf präsent“, erinnert sie sich.

Der zweite Teil des Programms besteht aus Viernes 3. Orgelsinfonie. „Viernes Sprache klingt moderner“, sagt Iveta Apkalna über diese Musik, „es ist technisch anspruchsvoller, die Schichten seiner Musik zu singen und hervorzuheben“. Wirft man einen Blick auf die Harmonik, fallen bei Vierne die chromatischen Passagen ins Auge, die bei Widor, dessen klarere Tonsprache im 20. Jahrhundert bald als rückständig galt, fehlen. „Die Chromatik führt ins Ungewisse. Man verliert den Halt und den Schwerpunkt, das ist bei Widor anders“, schildert Iveta Apkalna. Die von Franck auf den Weg gebrachte und von Widor geprägte Form der Orgelsinfonie führte Vierne zu ihrem Höhepunkt.

Den Abschluss des Albums bildet – als Hommage an die besondere Zwillingsorgel in Kaohsiung und Reminiszenz an den wahrscheinlich größten Fixpunkt jeder Organistin und jedes Organisten – Johann Sebastian Bach und die bekannte Melodie „Schafe können sicher weiden“. Und auch das hat für Iveta Apkalna einen Hintergedanken: „Es ist wie eine Frau, die sich chic macht, sich dann aber nicht wohlfühlt, weil sie ihr Parfum vergessen hat. Bach ist mein Parfum, damit fühlte ich mich komplett.“

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